×

Zeig deine Wertschätzung mit einer Spende! | Damit Motorradreisefuehrer.de frei und unabhängig bleibt!

Zumo XT3 Test 2026

Der neue Garmin zūmo XT3 wirkt auf den ersten Blick sehr ähnlich dem 5,5 Zoll großen Vorgänger XT2. An grundlegenden Eigenschaften wie Navigation, Routenberechnung und der Bedienlogik gibt es wenig Veränderung. Unterschiede zeigen sich vor allem in zwei Bereichen: Fahrdaten und Kartenhandhabung. Dazu kommen zwei neue Displaygrößen – 4,7 Zoll für enge Cockpits sowie 6 Zoll mit jetzt 1280 × 720 Pixel Auflösung.

Die wichtigste Neuerung betrifft die Fahrdynamik: Erstmals integriert Garmin eine Echtzeit-Schräglagenanzeige sowie G-Kraft-Messung direkt ins Gerät. Grundlegende Ride-Metriken stehen standardmäßig zur Verfügung und können über die Tread-App ausgewertet werden. Erweiterte Funktionen – darunter Rundenzeiten, Drag-Racing-Metriken und detaillierte Lean-Angle-Auswertungen – sind Teil des optionalen Garmin-Performance-Pakets, das zu monatlichen oder jährlichen Abopreisen erhältlich ist.

In der Systembasis bleiben beide Geräte eng verwandt. Sie nutzen dieselbe Garmin-Motorradkartenplattform auf Cloud-Basis, unterstützen GPX-Import, WLAN-Updates und die Kopplung mit der Garmin-Tread-App. Auch Funktionen wie Group Ride sind im Kern unverändert geblieben. Die konfigurierbaren Routing-Profile für verschiedene Motorradtypen oder Autonutzung wurden vom Tread 2 übernommen. Der Fauxpas mit der temporär verschwundenen Routing-Option „Kürzeste Strecke" wurde nicht wiederholt.

Deutlich sichtbarer sind die Unterschiede hingegen in Kartenverwaltung und -darstellung. Im XT3 wurde die Kartendarstellung vereinheitlicht: Inhalte wie Campingplätze oder Motorradstrecken lassen sich nicht mehr als eigenständige Layer frei kombinieren, sondern sind ausschließlich über das Suchfenster auffindbar. Eine gezielte Layer-Auswahl ist nicht mehr vorgesehen. Michelin-„Great Rides" und beliebte Motorradstrecken sind dafür besser integriert.

Neu hinzugekommen sind vorinstallierte hochauflösende TopoActive-PS-Lite-Karten. Die Möglichkeit, Satellitenbilder per WLAN direkt aufs Gerät zu laden – ohne Abo – besteht weiterhin. Für erweiterte Offroad-Inhalte bietet Garmin weiterhin Outdoor Maps+ als kostenpflichtigen Zusatzdienst an. Routendateien lassen sich weiterhin per GPX, KML und KMZ importieren; als rasterbasierte Karten-Overlays werden KMZ-Dateien allerdings nicht mehr unterstützt – das ist Schade, auch wenn sie in den Foren kaum eine Rolle spielten. OSM-Karten wie etwa die Freizeitkarte mit vielen Topo-Informationen lassen sich im richtigen Format hingegen weiterhin in den Garmin/Map-Ordner kopieren und anzeigen, allerdings nur fehlerfrei, wenn alle anderen Karten ausgeschaltet sind.

Leider sind weder eine Autohalterung noch ein Y-Kabel für Zubehöranschlüsse im Lieferumfang des XT3 enthalten. Der neue Lenkercontroller ist zwar kompatibel, erfordert jedoch das separat erhältliche Y-Adapterkabel.

Unterm Strich ist der XT3 kein Neuentwurf, sondern eine gezielte Erweiterung des XT2 um Fahrdatenfunktionen – bei gleichzeitig stärker standardisierter Kartenanzeige und reduzierter Flexibilität in der Kartenverwaltung. Während sich das Crossover-Navi Tread 2 eher an „Explorer/Offroad" richtet, ordnen wir den XT3 eher den Kategorien „Straße + Fahrdynamik + vereinfachte Darstellung" zu.


Minus

  • Keine Autohalterung und kein Y-Kabel im Lieferumfang
  • Lenkercontroller nur mit separatem Y-Adapterkabel anschließbar
  • Kartendarstellung und Style-Auswahl sind restriktiver als beim XT2
  • Erweiterte Track-Funktionen wie Rundenzeiten oder Viertelmeilen-Timing nur im kostenpflichtigen Garmin Performance Package
  • Cyclops-Radar-POI jetzt kostenpflichtig
  • Lenker-Controller ist frei belegbar, aber wichtige Funktionen fehlen

Plus

  • Zwei Displaygrößen: 4,7 Zoll und 6 Zoll mit 1280 × 720 Pixel
  • Etwas schnellere Routenberechnung
  • Kompatibel mit Garmin Express und MapInstall
  • Satellitenbilder können direkt per WLAN installiert werden – ohne Abo

Posten Kosten
XT3 6-Zoll / 4,7-Zoll 599,99 € / 499,00 €
Lenker-Controller 149,99 €
Y-Adapterkabel (ca.) ~40 €
Performance Package (jährlich) 119,99 €/J.
Outdoor Maps+ (jährlich) 59,99 €/J.

 

 

 

Garmin Zumo XT3: die Kartenverwaltung

Vorsicht beim Kartenmanager: Entweder stellt man die installierten Karten nach einigen Klicks manuell ein, oder man nutzt den Kartenmanager – das birgt jedoch Risiken. Wer OpenStreetMap-Karten wie die OSM-Freizeitkarte geladen hat, riskiert ein Durcheinander. Empfehlenswert ist es, entweder OpenStreetMap-Karten oder die Garmin-Europakarten händisch zu aktivieren und im Kartenmanager unter „Installierte Karten" genau zu prüfen, was tatsächlich angehakt ist. Fakt ist: OSM und City Navigator vertragen sich nicht. Wer ausschließlich über Garmin Outdoor Maps+ auf Karten zugreift, bringt ebenfalls alles durcheinander und riskiert, dass Routing nicht mehr möglich ist. Hier muss Garmin dringend nacharbeiten: Auch wenn es verschiedene Wege gibt, Karten zu aktivieren, dürfen sich diese nicht überlagern und zu Fehlern führen.

Nach jedem Neustart ist daher bei extern installierten Karten zu prüfen, welche tatsächlich aktiv sind. Ein Neustart verursacht diese Probleme. Auch funktioniert der Schlafmodus, bei dem das Gerät wenig Strom verbraucht, aber nicht nach jedem in die Halterung Drücken neu gestartet werden muss, in der aktuellen Firmware-Version noch nicht wirklich.

Was Garmin offenbar gelernt hat: Die Cockpits – also die Datenfelder – sind kleiner geworden und verdecken das Display weniger als bisher.

Am Ende muss man festhalten, dass die meisten Kartendienste und Features wie Schräglagenanzeige dort kostenpflichtig werden, wo es interessant wird. Wer nur die kostenlose OSM-Freizeitkarte nutzt, bekommt dafür Schummerung, Höhenlinien und sogar einzelne Bäume – etwas, das selbst die Garmin-TopoPro nicht leistet. Auch ist mit der TopoPro kein Routing möglich, die kann man nach erfolgter Routenberechnung nur drüberlegen. Das alles führt dazu, dass viele Abo-Modelle keinen großen Mehrwert bieten, außer man braucht Grundstücksgrenzen oder grobe Baumkartierungen.

Positiv hervorzuheben: Der Zumo XT3 ermöglicht erstmals direkt am Gerät die Planung einzelner Etappen mit unterschiedlichen Routenprofilen. So lässt sich die kürzeste Strecke, Adventure-Routing oder auch ein Autobahnabschnitt von A nach B – alles in einem Rutsch kombinieren.

Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar!

Was ist die Summe aus 7 und 7?