2. Laden des Akkus: 9,3 kWh, Lithium-Ionen, 349,44 V
Aufladen und Technik
Laden: Was das Bordladegerät kann – und worauf man achten muss
Die WN7 lädt über zwei Anschlüsse: Typ 2 für AC-Laden an Haushaltssteckdose oder Wallbox, CCS2 für DC-Schnellladen. Das mitgelieferte Ladegerät prüft vor jedem Ladestart aktiv die Qualität der Verbindung – es warnt ausdrücklich vor Mehrfachsteckdosen und verknoteten Kabeln und startet den Ladevorgang erst, wenn diese Prüfung positiv ausfällt. Das ist mehr als eine Formalie: Bei einer 9,3-kWh-Batterie, die über Stunden mit spürbarer Leistung zieht, ist eine ordentliche, direkte Steckdose keine Empfehlung, sondern Pflicht. Eine kleine Schwachstelle im Alltag: Die Ladeklappe ist relativ dünn ausgeführt und lässt sich bei Druck manchmal versehentlich öffnen – das Keyless-System gibt sie ungewollt frei.
Ladezeiten im Überblick:
- Schuko-Steckdose (0–100 %): ca. 5,5 Stunden
- Wallbox (0–100 %): unter 2,4–3 Stunden
- DC-Schnelllader (20–80 %): ca. 30 Minuten (die tatsächliche Ladeleistung nennt Honda nicht offiziell, aus dem Forum kursieren Werte bis 24 kW)
Weitere Lademöglichkeiten abseits des mitgelieferten Kabels bestehen im Grunde nur über öffentliche AC- und DC-Ladesäulen – ein Wechselakku-System wie bei den kleinen Honda-Rollern (EM1 e:, CUV e:) gibt es bei der WN7 nicht, der Akku samt integrierter Leistungselektronik ist fest verbaut.
| Lademöglichkeit | Preis/kWh (ca.) | Kosten pro 100 km |
|---|---|---|
| Garage, Bestandsvertrag | rund 37,0 Cent/kWh im Schnitt für Haushalte 2026 | ca. 2,59 € |
| Garage, günstiger Neukundentarif | rund 24,5 Cent/kWh bei Neukundenverträgen (Stand August 2026) | ca. 1,72 € |
| Ladesäule, Ad-hoc (AC) | bundesweit durchschnittlich 52,30 Cent/kWh | ca. 3,66 € |
| Ladesäule, Ad-hoc (DC) | durchschnittlich 70,49 Cent/kWh | ca. 4,93 € |
| Ladesäule, Ad-hoc (HPC) | durchschnittlich 74,80 Cent/kWh | ca. 5,24 € |
| Lade-Abo/-Karte (AC) | je nach Anbieter oft zwischen 29,9 und 39 Cent/kWh im Nachttarif bzw. für Vorteilskunden | ca. 2,42 € |
| Lade-Abo/-Karte (DC) | je nach Anbieter oft zwischen 49 und 59 Cent/kWh | ca. 3,78 € |
Was kostet eine „Tankfüllung“?
Bei 9,3 kWh Akkukapazität und WMTC-Reichweiten von bis zu 140 km (andere Herstellerangaben: „über 130 km“) ergibt sich ein Verbrauch von grob 6,5–7 kWh/100 km – ein plausibler Wert für ein leichtes Elektro-Naked-Bike dieser Leistungsklasse.
Die Spanne ist also erheblich: Wer zu Hause mit einem günstigen Neukundenvertrag lädt, kommt auf gut 2 Euro pro Volltanken – wer spontan an der Schnellladesäule steht, zahlt fast das Dreifache. Für Vielfahrer lohnt sich damit ein Lade-Abo praktisch immer, für Gelegenheitsnutzer bleibt Nachladen zu Hause klar die günstigste Option. Zum Vergleich mit einem Verbrenner: Selbst zum teuersten HPC-Tarif liegt die WN7 mit rund 52 Cent pro 10 km noch deutlich unter den Kraftstoffkosten eines vergleichbaren 125er- oder A2-Verbrenners.
Hondas erstes Elektro-Straßenmotorrad ist da
Modelljahr 2026:
Mit der WN7 wagt sich Honda erstmals an ein vollwertiges Elektro-Naked-Bike in Serie – nach Jahren, in denen sich die E-Ambitionen des Herstellers auf Stadtroller wie EM1 e: und CUV e: beschränkten. Vom EV-FUN-Concept der EICMA 2024 bis zur Weltpremiere im November 2025 hat Honda dem Showbike optisch die Treue gehalten. Technisch bietet die WN7 zwei Leistungsstufen (A2 mit 18 kW Dauerleistung/50 kW Spitze, A1 mit 11 kW auch für B196-Fahrer), 100 Nm Drehmoment, Zahnriemenantrieb statt Kette und einen fest verbauten 9,3-kWh-Akku mit integrierter Leistungselektronik. Bei einem UVP von rund 15.379 Euro positioniert sich Honda klar im Premiumsegment – und tritt damit gegen etablierte Nischenanbieter wie Zero oder Energica an, kann dafür aber auf sein bestehendes Händlernetz zurückgreifen. Offen blieb bislang vor allem, wie viele Werkstätten schon über die nötige Hochvolt-Qualifikation verfügen.
Einarmschwinge, Schnell- & Steckerlader, immer 100 km Reichweite
Jetzt hat der Praxistest begonnen. Der erste Eindruck: Die WN7 macht ordentlich Spaß, beschleunigt laut Werk in 4,6 Sekunden auf Hundert – bei uns teils in unter vier – und rollt dabei nahezu geräuschlos. Beim Laden zeigt sich das gewohnte Bild moderner E-Motorräder: rund 5,5 Stunden an der Schuko-Dose, unter drei an der Wallbox, 20 auf 80 Prozent in etwa 30 Minuten am Schnelllader. Kleinere Eigenheiten wie der schmale Lenker in Kombination mit dem 17-Zoll-Gussrad oder die etwas dünne Ladeklappe fallen auf, ändern aber nichts am insgesamt gewohnt sauberen Honda-Niveau. Wir bleiben dran und klären in den kommenden Wochen, ob die WN7 auch auf längeren Strecken und im Alltag überzeugt.
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