von Markus Golletz (Kommentare: 0)
Honda WN7 Test hat begonnen
Honda macht der insolventen Marke Blacktea gerade das Leben schwer: Mit der WN7 steht seit Kurzem ein 15.000-Euro-Elektromotorrad aus der Großserie bereit – und das ist ausgerechnet das Preissegment, in dem sich das Münchner Start-up behaupten wollte.
Laden: Die WN7 hat zwei Anschlüsse für zwei Zwecke. Über Typ 2 läuft das normale AC-Laden an Haushaltssteckdose oder Wallbox, über CCS2 das DC-Schnellladen. An der Schuko-Dose dauert eine volle Ladung rund 5,5 Stunden, an der Wallbox unter drei. Am Schnelllader sind 20 auf 80 Prozent in etwa 30 Minuten drin – die tatsächliche Ladeleistung nennt Honda offiziell nicht, aus dem Forum kursieren Werte von bis zu 24 kW. Das Keyless-System gibt dabei auch die etwas dünne Ladeklappe frei, die manchmal auf Druck versehentlich aufgeht.
Aber was bei jedem Zweirad zählt, ist erstmal, wie es fährt: Die WN7 macht ordentlich Spaß, schickt die (nicht vorhandene) Tachonadel laut Werksangabe in 4,6 Sekunden auf Hundert und läuft flüsterleise über den Asphalt. Bei uns geht es auch mal unter 4 Sekunden.
Woran wir uns gewöhnen müssen: die runden Lenkerenden-Blinker und der relativ schmale Straßenlenker, der sich in Kombination mit dem 17-Zoll-Gussrad etwas schwerfällig bewegen lässt. Natürlich hat man es hier mit Honda-Qualität zu tun, deshalb gibt es sonst nichts Großartiges zu beanstanden. Bemerkenswert sind der Einarmschwinger und der hinter einer Glasverkleidung am Lenkkopf angebrachte Wasserkühler – vermutlich für Motor oder Ladeelektronik zuständig, das ließ sich vor Ort nicht eindeutig klären. Die WN7 ist kein großes Motorrad, sie ist schlank. Ich schätze, dass auch für Sozios nicht unbedingt viel Platz sein wird, da das Heck sehr kurz ist.

Luft nach oben:
Wir beginnen nun den Test und freuen uns auf weitere Honda-Elektrik-Modelle. Am besten würde eine Enduro passen, die weit unter 200 kg wiegt!
Honda WN7 – Fahrwerk & Laden im Überblick
Fahrwerk
| Chassis | Frameless, Aluminium, Batterie als tragendes Element |
| Federung vorn | Showa 43-mm-USD-Gabel, 120 mm Federweg |
| Federung hinten | Einarmschwinge (Pro-Arm, Alu) mit Monofederbein, 120 mm Federweg |
| Bremse vorn | Nissin, Doppelscheibe 296 mm, Doppelkolben-Sättel |
| Bremse hinten | Nissin, Einzelscheibe 256 mm, Einkolben-Sattel |
| Reifen | 120/70-R17 vorn / 150/60-R17 hinten, Aluguss |
| Gewicht fahrfertig | ca. 220 kg |
Laden
| Akku | 9,3 kWh, Lithium-Ionen, 349,44 V |
| Anschlüsse | Typ 2 (AC) / CCS2 (DC-Schnellladen) |
| Schuko (0–100 %) | ca. 5,5 h |
| Wallbox (0–100 %) | unter 2,4–3 h |
| DC-Schnelllader (20–80 %) | ca. 30 min |
| Ladeleistung DC | von Honda nicht offiziell genannt; Nutzerberichte bis 24 kW |
Angaben laut Hersteller bzw. eigener Recherche, Stand: September 2026.
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