von Markus Golletz (Kommentare: 0)

Talaria Komodo E-Enduro Fahrbericht beginnt

Soweit, wie auf den Bildern zu sehen, sind wir noch nicht gekommen, aber schön wär's. Die Reichweite eines E-Enduros ist im Alltag gerade so pendlertauglich. Wenn man vor Ort Lademöglichkeiten hat.

Talaria Komodo: Erste Fahreindrücke

Talaria Komodo im Test: Erste Fahrt zeigt starkes Fahrwerk, aber eine knappe Reichweite

Der Fahrbericht zur Talaria Komodo beginnt. Nach den ersten Kilometern auf der Landstraße steht fest: Das Fahrwerk überzeugt, die Reichweite entspricht nicht den Versprechungen.

Die Talaria Komodo ist bei uns im Test, das Motorrad kommt von EmotorWorld Hildesheim. Die erste Ausfahrt auf der ziemlich harten Sitzbank verlief gut. Wer im Verkehr mitschwimmt, sollte mit einer Reichweite von realistisch 60 bis 65 Kilometern auf der Landstraße rechnen, dann ist der Akku leer.

Reichweite: Papier gegen Praxis

Talaria nennt im WLP-Zyklus bis zu 115 Kilometer. Laut Electrek gilt das für konstante 45 km/h, bei zügiger Fahrt sinkt der Wert schnell. Landstraßentempo liegt weit darüber, entsprechend deutlich fällt die Differenz aus. Die Fahrmodi E, wie Eco, erlauben nur 49 km/h. Sport und Hyper bringen die Komodo im gedrosselten Zustand auf um die 90 km/h (gemessen mit Garmin 12-Kanal-GPS).

Wer weiter will, hat zwei Möglichkeiten, beide mit Haken:

  • Laden unterwegs: Mit dem Steckerlader oder einem extra zu besorgenden Adapter für Typ-2-Ladesäulen ist zumindest eine Notladung möglich. Das Netz reiner Schuko-Ladepunkte ist stark ausgedünnt, man wäre auf private Steckdosen angewiesen. Und das kiloschwere Ladegerät muss im Rucksack mitreisen.
  • Zweiter Akku: Er löst das Problem, ist aber das teuerste Bauteil am ganzen Motorrad.

Erste Eindrücke

Negativ fielen die relativ schmale Enduro-Bereifung und eine zum Quietschen neigende Vorderbremse auf. Gute Qualität bescheinigen wir dem Fahrwerk. Selbst das LED-Licht aus der schmalen Lampenmaske ist respektabel. Schwinge und Gabel bieten aber auch Platz und Möglichkeiten für breitere Bereifung. Die montierten Maxis-Reifen neigen naturgemäß zum schnellen Blockieren auf der Straße, das kann man auch anpassen.

Die Talaria Komodo ist ein echtes Wheel-Bike

Das Motorrad in Zahlen

Laut Herstellerangaben leistet die Komodo 32 kW Spitzenleistung und bezieht ihre Energie aus einem 4,3-kWh-Akku (96 V, 45 Ah). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 105 km/h. Die Räder sind vorn 21 und hinten 18 Zoll groß, das Gewicht beträgt 98 Kilogramm. Im offiziellen Webshop kostet sie 5.799 Euro, aktuelle Preise liegen darüber bei rund 6450 Euro.

Zur Firma

Talaria sitzt in Chongqing, China. Händlerangaben zufolge wurde das Unternehmen 1996 gegründet und hat eine Vorgeschichte mit Motorrädern, Dreirädern und Motoren. Bekannt wurde die Marke außerhalb Chinas mit dem Elektro-Dirtbike Sting, das Ende 2021 startete und als Alternative zur Sur-Ron X positioniert wurde. Mit der Komodo geht Talaria in eine größere Klasse: Laut Electrek ist sie das bislang leistungsstärkste Serienmodell der Marke. (Den Vergleich zu Sur-Ron haben wir bisher nicht, aber von den technischen Daten ist die Komodo derzeit State of the Art).

Ausblick

Im weiteren Test klären wir, wie sich die Komodo auf kurvigen Landstraßen und im Gelände schlägt, wie stark die Reichweite bei flotter Fahrt einbricht und ob sich die Bremse in den Griff bekommen lässt. Alle Ergebnisse folgen im ausführlichen Fahrbericht auf MR.


  • harte Sitzbank, nur Einpersonenzulassung
  • Reichweite reell 65 km
  • quitschende Bremse vorne

 

  • 96-V-Technik
  • einstellbares Fahrwerk
  • Ersatzteile auch auf dem freien Markt
  • 21/18-Zoll-Räder und Reifenauswahl
  • gelungene Geometrie
  • ebenbürtige Konkurrenz zu Sur-Ron

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