von Markus Golletz (Kommentare: 0)
Tatonka Norix 34 und Vivobarefoot Tracker Ora
Kontaktrücken-Rucksack & Barfuß Sandale
Tatonka Norix 34: Kontaktrücken-Rucksack mit einer Idee, die eigentlich längst überfällig war
Tatonka aktualisiert seinen Norix und löst dabei ein kleines, aber echtes Problem des Alltags auf Tour. Wer den Rucksack kennt, weiß, worum es geht.
Der Norix ist seit Jahren Tatonkas Antwort auf anspruchsvolle Bergtouren: ein Rucksack mit Kontaktrücken-Tragesystem, das die Last nah am Körper hält und bei Klettersteigen, Skitouren oder steilem Auf- und Abstieg die nötige Kontrolle gibt. Das Prinzip ist bewährt, die Neuheit betrifft einen anderen Punkt – und der steckt im Detail.
Bisher musste man bei Kontaktrücken-Rucksäcken mit Rückenöffnung das Tragesystem auf den Boden legen, wenn man an den Inhalt wollte. Nasses Gras, feuchte Steine, Schnee – das Ergebnis kennt jeder, der das schon gemacht hat. Tatonka ändert das beim überarbeiteten Norix: Die große Rundum-Öffnung sitzt weiterhin auf der Rückseite, aber der Rucksack wird jetzt auf die Vorderseite gelegt, wenn er geöffnet wird. Tragesystem und Rückenpolster zeigen nach oben und bleiben trocken und sauber. Klingt simpel – ist es auch, und genau das ist das Argument.
Norix 34 – der Unisex-Kandidat
Die Modellreihe kommt jetzt in vier Größen. Der Norix 34 ist die größte Variante und richtet sich als Unisex-Modell an alle, die mehrtägige Bergtouren, Hüttentrips oder Klettersteig-Unternehmungen mit ausreichend Packvolumen angehen wollen. Die 34 Liter Hauptvolumen stecken in einem 64 × 27 × 16 Zentimeter großen Paket – bei 1,22 Kilogramm Eigengewicht keine Leichtbau-Aussage, aber für die Ausstattung ein vertretbarer Wert.

Verarbeitet werden zwei Materialien: Microrip 2.1 (100 % Polyamid) für die Hauptflächen, 210 HD Nylon FD für Boden und Verstärkungszonen. Die Imprägnierung ist PFAS-frei. Erhältlich in Titan-Grey und Red-Earth, UVP 160 Euro.
Was kann er? Neben der neuen Öffnungslogik bringt der Norix 34 alles mit, was für Bergtouren relevant ist: abnehmbarer Hüftgurt (damit er sich nicht mit dem Klettergurt beißt), Materialschlaufen für Karabiner an Hüft- und Schultergurt, Helmhalterung, Trinksystemvorbereitung, Wanderstockhalterung, Seitenkompression, Deckelfach, Regenhülle im Bodenfach – die Liste ist lang und vollständig.
Unterschied zum Norix 31 Women
Wer zwischen dem Norix 34 und dem Norix 31 Women schwankt, sollte wissen: Beide kosten 160 Euro, beide nutzen identische Materialien. Der wesentliche Unterschied ist das Tragesystem. Die Women-Variante hat ein Vent-Comfort-System, das an weibliche Körperproportionen angepasst ist – kürzerer Rücken, schmälere Schulterträger. Der Norix 34 ist Unisex, also auf eine breitere Körpermorphologie ausgelegt. Volumentechnisch liegen die beiden 3-Liter auseinander (34 vs. 31 Liter), was sich auch in den Maßen zeigt: Der 34er ist 2 Zentimeter länger, 1 Zentimeter breiter und tiefer und wiegt 70 Gramm mehr. Wer anatomisch von einem Women-Schnitt profitiert und 31 Liter reichen, liegt dort besser. Wer mehr Volumen und/oder einen neutralen Schnitt braucht, nimmt den 34er.
Fazit ohne Schönreden
Die Kernneuerung beim Norix ist keine Revolution, sondern eine Korrektur – eine, die den täglichen Umgang mit dem Rucksack im Gelände merklich verbessert. Ob sie im Praxistest hält, was die Pressemitteilung verspricht, wird ein Leihexemplar zeigen. Im Sommer ist eine Hüttentour geplant. Bis dahin bleibt der Norix 34 ein technisch solider, vollständig ausgestatteter Kontaktrücken-Rucksack mit einem Alleinstellungsmerkmal, das man erst schätzt, wenn man kniend im nassen Gras steht.
Tatonka Norix 34 | 34 l | 1,22 kg | 64 × 27 × 16 cm | Titan-Grey, Red-Earth | 160 Euro | tatonka.com
Vivobarefoot Tracker Ora Sandal: Barfußsandale für Trails und Touren
Vivobarefoot schickt mit dem Tracker Ora Sandal eine offene Trail-Sandale ins Rennen – minimalistisch, funktional und für eine Sandale ungewöhnlich teuer.
Wer bisher bei Outdoor-Sandalen an Flip-Flops oder Trekkinglatschen dachte, bekommt mit dem Tracker „Ora“ ein anderes Konzept gezeigt. Das Modell kombiniert ein dehnbares Neopren-Obermaterial mit recyceltem Polyestergewebe und drei einzeln verstellbaren Klettverschlüssen – für eine sichere, anpassbare Passform auch auf technischem Terrain.
Das Grundprinzip von Vivobarefoot ist bekannt: dünne Sohlen, breite Zehenbox, maximales Bodengefühl – mit dem Ziel, den Fuß so natürlich wie möglich arbeiten zu lassen. Beim Tracker Ora ist die Sohle 2,5 Millimeter dick, der Profilstollen kommt auf 4 Millimeter. Die All-Terrain-Tracker-Sohle enthält 50 Prozent Naturkautschuk und soll auf nassem wie trockenem, felsigem wie festem Untergrund Grip liefern. Eine Einlegesohle gibt es nicht – das gehört zum Konzept.
Das Obermaterial besteht aus 88 Prozent recyceltem Polyester und 12 Prozent Spandex, das Futter aus 78 Prozent rPET und 22 Prozent PU – atmungsaktiv und schnell trocknend. Die Sandale ist vegan.
Was kostet das? 130 Euro – für eine Sandale ein Preis, der erklärungsbedürftig ist. Vivobarefoot argumentiert mit nachhaltigeren Materialien und dem spezifischen Barfuß-Ansatz. Produziert wird in Vietnam. Ob sich das Konzept im echten Geländeeinsatz bewährt, wird ein Feldtest zeigen.
Vivobarefoot Tracker Ora Sandal | € 130 | Hergestellt in Vietnam | vivobarefoot.com
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