Hinter dem Horizont rechts

Christopher Many und seine Partnerin Laura Pattara brachen 2012 mit dem Motorrad auf, um in vier Jahren von Deutschland bis nach Australien zu reisen. Was wie ein klassischer Abenteuerreisebericht klingt, ist bei näherer Betrachtung jedoch etwas anderes: ein persönliches Weltbild auf zwei Rädern. Christopher schreibt nicht für jemanden, der Routentipps sucht oder wissen will, welche Raststätte auf dem Pamir die beste ist. Er schreibt für Menschen, die verstehen wollen, wie die Welt funktioniert – gesehen durch die Augen eines Mannes, der seit Jahrzehnten nichts anderes tut, als zu reisen.

Die Route folgt der Seidenstraße über Zentralasien, das Pamirgebirge und durch China. Sie waren eines der ersten Paare, das China legal und ohne Pflichtbegleiter mit eigenen Fahrzeugen durchquerte. Das ist objektiv bemerkenswert. Weniger bemerkenswert ist, dass Many diese Leistung nicht unkommentiert stehen lassen kann: Politische Einordnungen und persönliche Urteile über die bereisten Länder ziehen sich durch das Buch und polarisieren die Leserschaft merklich.

Wer technische Details, Routeninformationen oder praktische Reisetipps sucht, wird hier nicht fündig. Denn Many schreibt keine Roadmap, sondern eine Art Philosophie mit Benzingeruch. Die Begeisterung für die Welt, das Reisen und die Freiheit ist spürbar – das ist die Stärke des Buches. Seine Schwäche liegt jedoch darin, subjektive Wahrnehmung als universelle Erkenntnis zu verkaufen.

Ihre moderne Odyssee folgte der Seidenstraße von Europa nach Zentralasien und dann über das Pamirgebirge nach China, ins Reich der Mitte. Sie waren die Ersten, die dieses Gebiet völlig legal mit eigenen Fahrzeugen und ohne Pflichtbegleiter durchquerten. Das ist objektiv bemerkenswert und Many weiß es zu erzählen – ohne Selbstbeweihräucherung, aber auch ohne falsche Bescheidenheit. Was er dagegen nicht liefert, sind technische Details, Pannenwissen oder Reisedaten. Wer solche Informationen sucht, ist hier falsch.

Fazit: Das Buch (von 2016, noch bei Delius Klasing erschienen) ist etwas für Leser, die bereit sind, sich auf eine fremde Weltsicht einzulassen – die sie nicht zwingend teilen müssen. Als Reisebericht im klassischen Sinne ist es unvollständig, als Lektüre für ruhige Winterabende ist es jedoch durchaus kurzweilig.

PRESSESTIMMEN

„Manys neuer Reisebericht weckt in jedem das Reisefieber und die Abenteuerlust.“

vorablesen.de

2016

PRESSESTIMMEN

„'Hinter dem Horizont rechts' ist ein wunderbarer Reisebericht für die, die eher mit dem Finger auf der Landkarte reisen – und ein Appetizer für diejenigen, die selbst losfahren wollen.“

Goodreads
2017

PRESSESTIMMEN

„Dieses Buch ist mehr als nur ein spannender Reisebericht, denn die Reise um die Welt ist auch die Reise zu sich selbst.“

bücher.de / Delius Klasing Verlag

2018

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