SuperSoco TCmax, der Elektro-Sprinter

Supersoco Sound im Sand

City E-Motorrad

Die Super Soco ist neben Zero, Kumpan electric und einigen Kleinrollern unser 3. E-Bike-Test. Derzeit ist die TC Max das beliebteste e-Bike in Deutschland (6/2022). Die hierzulande relativ neue Marke VMoto

wird über Hans Leeb Motor in Österreich und Hammer International in Deutschland vertrieben. Letztere übernehmen auch den Transport bzw. die Anlieferung.

Vom Setting her ist die Super Soco ein modernes Motorrad, das von der Größe und Reichweite auf den Nahbereich spezialisiert ist. Man kann mit ihr flott unterwegs sein, hat aber keine nennenswerten Gepäckunterbringungsmöglichkeiten – letzteres ist derzeit Klassen-üblich.
In der Preisklasse wird leider auch auf die Schnellademöglichkeit (Typ 2, mit 10 A Strom) verzichtet, was das Motorrad ausschließlich zu einem Pendlerfahrzeug degradiert, bei dem alle Fahrten und Lademöglichkeiten genau kalkuliert werden müssen. Aufladen mit dem häuslichen Schuko-Stecker dauert immer an die 4 Stunden.
Ungewöhnlich an der Super Soco: an den Fußrasten gibt es keinerlei Pedale: Beide CBS-Bremsen werden vom Lenker betätigt.

Lest also hier die Test-Erfahrungen:

Bewertungen der Testphase (2022):

  • Knieschluss am Tank endet an einer scharfen Kannte
  • Lenkschloss nicht elektronisch integriert
  • kein ABS, keine Blinker-Rückstellung, gerade noch ausreichende Fahrwerksdämpfung für Solobetrieb, nur direkt abgelenktes Federbein
  • Schloss für Sitzbank und Tankfach auf der Ständer-Seite angebracht
  • 5,1 kW Motor ohne Rekuperations-Technologie
  • Instrument und Fahrstufen nicht programmierbar

 

  • Schönes Framework, stylisch, Zeitgeist
  • Handliches Gewicht (101 kg) für Stadtbetrieb ausreichende Reichweite
  • Metallteile gut verarbeitet, LED Licht, Keyless-go
  • Leises, angenehmes Fahrgefühl, gute Verarbeitung

10: Fazit: Lohnt sich eine Super Soco Tc max?

Gepäck, was nun?

Ich würde die Super Soco kaufen, wenn ich ein Stadtfahrzeug bräuchte oder gerade 16 Jahre alt wäre. Eine Elektro-Förderung für Bikes dieser Art ist längst überfällig: für Pendler, für Menschen, die sich Fahrten mit größeren Fahrzeugen dadurch sparen, etc. Die sog. THG-Quote (Treibhausgasminderungs-Quote) führt in diese Richtung, auch wenn das Umweltbundesamt bei Motorrädern derzeit nur 475 € pro Jahr ausschüttet.
Die Super Soco könnte eine ganz gute Umweltbilanz aufweisen, wenn man sie fleißig benutzt. Klimarelevant halbwegs sinnvoll wäre eher eine Downgrading-Prämie für Elektrofahrzeuge. Wer sich verkleinert, sowohl vom Fahrzeug als auch von den Emissionen, bekommt eine Prämie. Der E-Fahrer wird außerdem mit weniger Ersatzteil- und Wartungsaufwand belohnt: Auspuff, Zündkerzen, Luftfilter, aber auch Kette und Motor-Revisionen wird es im Motorrad-Leben nicht geben.

Flüsterleise durch den Stadtverkehr, Loud pipes saves lives?

Einen Exkurs wert ist das lautlose Fahren im motorisierten Stadtverkehr. Wer will, kann jeden Tag überhört und damit oft auch ‚übersehen‘ werden. Für die meisten Menschen funktioniert der Verkehr immer noch über die Ohren. In der Übergangsphase in eine elektrische Zukunft sollte man um so mehr auf andere achten, sonst kann es zu ungewollten Kontakten kommen.

Ein emotionales Verhältnis zum Hersteller lässt sich kaum aufbauen. Denn der ist hierzulande kaum bekannt. Das australische Unternehmen produziert im chinesischen Nanjing (Wikipedia).

Motorräder dieser Art haben bei jüngeren Menschen oder der Elektro-Avantgarde eine Chance, da sie sind wartungsarm sind und eine gute Stadt-Performance bieten. Auch im Anzug und im Drehmomentverlauf sind sie den 125er Verbrennern überlegen. Für die Wochenendtour an den Baggersee wird es allerdings kaum reichen, es sei denn, er liegt nur 40 km entfernt.

E-Bikes brauchen wenig Pflege & Wartung. Zu beachten sind grundsätzliche Dingen der Akkupflege gehört auch deren Temperatur-Einsatzbereich. Sie funktionieren im städtischen Alltag schon jetzt sehr gut, es sei denn es wird zu warm oder zu kalt. Wichtige Updates sollten in der Zukunft ein Schnelladesystem sein, das diesen Namen auch verdient und ein echtes ABS. Auch müsste man die längerfristige Lieferbarkeit von wichtigen Ersatzteilen auf den Prüfstand stellen um auszuschließen, dass es sich bei der Europa-Präsents nicht um ein Strohfeuer handelt. Dazu sollten man seinen Händler befragen und Garantien einfordern.
Zum Akku-Paket tauchten im WWW schon günstigere Alternativen zum Serien-Akku auf. Bei 'Aliexpress' & Co kann man fündig werden. Stets sollte man auf OEM und die elektrische Sicherheit achten, damit zu Hause 'nichts anbrennt' oder der Segen des TÜV’s verloren geht.

Wir würden die Super Soco TCmax gerne gelegentlich einem Vergleichstest unterziehen. Zur Zeit ist der relativ teure BMW Elektro-Scooter BMW Roller CE 04 an der Reihe.

9. Stummfilm: Supersoco im Fahren. Offroad geht auch.

8. Die TCmax ist kein Roller, aber ein Stadtfahrzeug

Gepäck, was nun?

Das Platzangebot ist nicht üppig, den es handelt sich im Prinzip und ein Motorrad in der 125er Kategorie. Super Soco bietet zumindest ein kleines Tankfach und die üblichen Anschraubpunkte für Gepäcksysteme. Das Motorrad ist vom Konzept her eher ein Bike mit kurzem Heck, das am Sitzbankende abrupt aufhört. An der Hinterradabdeckung ist das Nummernschild befestigt, da ist weit und breit kein Platz für Koffersysteme oder Gepäckunterbringung.

Rucksack und Tankrucksack sind die Alternativen, die aus der Super Soco natürlich kein Nutzbike machen, wie es eine Vespa einmal aus pragmatischen Gründen gewesen ist.

Wenn es eine Förderung nur Ansatzweise so hoch, wie für Elektroautos geben würde, würde ich so eine Supersoco glatt kaufen. 9000€ bekommt man dazu, wenn man ein E-Auto kauft, gegen Null Euro, wenn man anstatt eines E-Autos ein E-Motorrad kauft. Gäbe es nur 2000€ Förderung, dann wäre die Super Soco ein 3000€ Bike, eine echte Alternative zu Stadtautos. Zarte Blüten zur Förderung gibt es gelegentlich, das ist aber für eine Verkehrswende oder einen nachhaltigen Umweltschutz zu wenig.

7. Laden nur wo: Typ 2 versus Schuko Stecker

Typ 2? Laden besser zu Hause

Die Soco lässt sich mit dem ‚Schnellader‘ in 4,5 Stunden vollständig aufladen. Dabei muss ein Ladegerät mitgeführt werden, das man unter der Tankklappe verstauen kann. Eine Typ-2 Schnellladung, wie hier im Bild zu sehen, ist leider nicht vorgesehen. Das macht die Super Soco zu einem Motorrad, das man fast ausschließlich in der heimischen Garage oder bei Freunden laden kann. Auf Tour? Eher schwierig vor allem, weil man immer wieder das Risiko einer ungeeigneten Leitung eingeht. Theoretisch gibt es weitaus mehr 'Schuko-Stecker' Lademöglichkeiten als Typ-2 Schnellader, doch die wollen gefunden werden bzw. sind nur über einen (privaten) Zugang dazu bekommen. Schuko-Steckdosen leisten technisch bedingt in Deutschland nur etwa maximal 2,3 kW. Die Leitung in einem Privathaushalt ist damit dann maximal belastet. Das sollte man wissen, wenn man fremd lädt und nicht dabei ist.

Laden? Besser zu Hause!

Leitungen werden unter Umständen warm und es können im ungünstigsten Falle Brände entstehen: Wenn Kabel und Stecker nicht richtig verschraubt sind, wenn die Sicherungen nicht ordnungsgemäß funktionieren. All das weiß man nicht, wenn man 'irgendwo' fremd Strom tankt. Stromkabel und ggf. Verlängerungen sollten den richtigen Querschnitt haben, damit die Strommenge und die Ampérezahl keine Probleme bereitet. Kabeltrommeln und Verlängerungen aus Sicherheitsgründen komplett abrollen. Feuchtigkeit, die beim über Nacht Laden in einen ungeschützten Stecker eindringen kann gilt es zu vermeiden. Die Leitung sollte auch mit mindestens 16-Ampére-Sicherungen (funktioniert bei 230V bis 3680 Watt) abgesichert.

Das sind einige Gründe, die zur Sorgfalt beim Ladevorgang auffordern. An Typ-2 Ladesäulen oder den heimischen Wallboxen hat man dieses Problem nicht. Daher hier ausdrücklich die Mahnung zur Vorsicht und die Aufforderung an den Hersteller, in Zukunft alle größeren Super Soco Modelle mit Typ-2 Stecker Ladevorrichtungen, am besten integriert, auszurüsten. Nur Gleichstrom-Lader an CCS-Ladesäulen schaffen derzeit bis 150 kW. Für Motorräder wäre das aktuell ein Traumwert.

6. Stromverbrauch: Was kostet der Aktionsradius?

Elektrisch fahren im Schotter

Die Reichweite ist stark von der Fahrweise, dem Gegenwind, dem Gelände und der Temperatur abhängig. Das merken wir nun bei wärmeren Wetter schon spürbar. Immer wieder Schade, dass der Mittelmotor keine Rekuperation hat, die im Gebirge oder im Stadtverkehr doch einiges an Bremsenergie in Reichweite umwandeln würde.
Angesichts der rapide steigenden Preise für fossile Energie punktet der kleine Stadtflitzer dennoch — unbeabsichtigt.

1,39€ pro 100 km

100 Kilometer kommt man mit der Super Soco TCmax nur knapp mit einer Ladung. Berechnet man, das immer etwa 20% in der Batterie bleiben sollten, und berücksichtigt man, das mit dem 'Schnelllader' 4,5 Stunden für eine vollständige Ladung vergehen können, dann schafft man in den seltensten Fällen 100 km am Stück. Der Super Soco Verbrauch wird von Usern mit ungefähr 4,2 kWh/100 km angegeben. Daraus resultiert ein Preis (bei einem kW/h Preis von angenommen 0,33 € von 1,39€ pro 100 Kilometer. Der serienmäßige Lithium-Ionen-Akku liefert 3240 Wh bei 72 V / 45 AH. Vergleicht man bei derzeitig rund 2 Euro kostenden Superbenzin und durchschnittlich 5l Verbrauch eines Verbrenner-Motorrades, liegt man hier bei 10€ und hat Zusätzlich die Kosten für Steuer und Verschleißteile. Mindestens 7x günstiger im Verbrauch ist also derzeitig das Stromen in der Stadt, vorausgesetzt, man hat Zugriff auf günstigen, regenerativen Ökostrom. Sonst bringt das alles nix für die Umwelt. Eine förderungswürdige Wallbox ist nicht von Nöten, die Super Soco tankt (langsam) über den Schuko-Stecker. Sicher wird nach 7 bis 10 Jahren ein neuer Akku fällig, der derzeit mit 2900€ zu Buche schlagen soll, günstiger geht es im Zubehör:

  • Zubehör-Ersatzbatterie Aliexpress (mit Lader + Controller) oder hier.

5. Die drei Fahrstufen des Mittelmotors

Elektrisch fahren im Schotter

Der Motor der Super Soco verzichtet auf eine Rekuperations-Regelung. Das ist Schade, macht das Motorrad aber preislich attraktiver.
Flüsterleise ist der Mittelmotor per Zahnriemen mit dem bei uns nicht ausgewuchteten Hinterrad im Eingriff. Die drei Fahrstufen decken Geschwindigkeitsbereiche ab: Fahrstufe 1 bis ungefähr 55 km/h. Damit ist die größte Reichweite verbunden. Der Bordcomputer spricht zuerst von 138 km, aber Super Soco korrigiert die Reichweite selber schon bei Fahrten unter 40 km/h auf 110 km. 85 km erscheinen bei warmem Wetter bei sparsamer Fahrweise realistisch. In Fahrstufe 2, die bis etwa 75-80 km/h reicht, schrumpft die Reichweite entsprechend. Eine Leistung zwischen 6,9 und 5,3 PS ist abrufbar, die 5,1 kW nur zeitweise. Zwischen den Fahrstufen kann während der Fahrt per Schalter gewechselt werden.

Platz für das Ladegerät

Tankdeckel: Platz für das Ladegerät | das zugehörige Kabel passt nicht herein.


Übrigens bleiben Anzug und Beschleunigung in allen Fahrstufen gleich, es wird nur die Höchstgeschwindigkeit geregelt. Die letzte Fahrstufe für Überlandfahrten verspricht bei guten Bedingungen knapp 95 km/h, da wird es dann nach oben heraus etwas zäher und auch das zweckmäßig gestaltete Kombiinstrument zeigt dann bei Vollgas eine rapide abnehmende Reichweite. Mit Glück können dann guten Muts noch Ziele in 50 km Entfernung erreicht werden, vorausgesetzt es geht nicht immer bergauf.

Super Soco baut 300.000 Elektromotorräder pro Jahr in China, schreibt Ingo Gach auf Heise.de eine beachtliche Zahl davon kamen nach Europa. VMoto hält noch weitere Modelle dieser Bauart bereit, aber die TCmax ist bisher das leistungsfähigste. Das sie für europäische Augen gemacht ist - das Design stammt aus Mailand - bestätigt auch Motoreetto in Milano in seinem Kurztest. In Super Soco‘s Heimatland sind Verbrenner-Zweiräder schon längst aus bestimmten Innenstädten verbannt.
Ingo Gach bemerkt auch, dass der Motor seine Abtriebswelle direkt am Schwingendrehpunkt hat, so wie einst die BMW G 450, was allerdings nicht stimmt. Der Motor sitzt klassisch vor der Schwingenachse. Damit kann es theoretisch Lastwechsel geben, wenn man am Gashahn zieht.
Von Heise.de kommt auch der Hinweis, das die CBS-Bremse mit dem linken Hebel, wie beim Fahrrad üblich, vornehmlich das Vorderrad bremst. Der rechte Hebel dreht das Verhältnis um und erlaubt auch das blockieren des Hinterrades. Das war bei unserem Testmotorrad nicht der Fall, anscheinend wurde der 'Denkfehler' behoben und die Bremsleitungen andersherum montiert. Rechts bremst bei unserer Super Soco mehr vorne, links mehr hinten. An den Fußrasten gibt es dementsprechend überhaupt keine Hebel, weswegen die Füße von Verbrenner-gewöhnten manchmal unwillkürlich ins Leere treten.

Wer zu zweit fährt oder mit mehr als 100kg, für den empfiehlt sich die Abstimmung der USD-Vorderradgabel per Feder und Öl zu optimieren. Sonst läuft man Gefahr, bei abrupten Bremsmanövern Durchschlagen und damit Unruhe ins Fahrwerk zu bringen. Das Federbein arbeitet unauffällig. Vom Fahrwerk sollte man aber nicht all zu viel erwarten, es hat eher Motorroller-Qualität.

Solo gibt sich die TCmax sportlich-neutral. Sie ist damit gut auf die möglichen Fahrleistungen (aber auch nicht mehr) abgestimmt.

In einigen Ländern ist die Super Soco mit einem GPS-gestützten, sendenden Tracker-System ausgerüstet, das allerdings eine Sicherheitslücke haben soll, die gerade behoben wird. Man empfiehlt sicherheitshalber: " ... sich mit einer Service-Werkstatt in Verbindung zu setzen, den GPS-Tracker entfernen zu lassen und optional durch eine selbst ausgewählte Tracking-Hardware zu ersetzen." Wir versuchten die Supersoco App aus, die bei der TCmax Informationen über Batterie, Service und Fahrzeug Management liefern soll, jedoch vergeblich: "Server nicht erreichbar", lautete der Fehler.
Wer kontrollieren will, ob so ein Tracking GPS-Modul angeschlossen ist, sollten unter dem Akku nach dem entsprechenden Stecker des Moduls suchen. Wird hier im Forum diskutiert.

Bei unserem Tester erforderte das Keyless-Go System immer einen Druck auf die Entsperr-Taste des Schlüsseltransponders. Damit ist Keyless witzlos, weil immer der Schlüssel herausgefummelt werden muss. Vermutlich handelt es sich um einen Defekt oder eine schwache Transponder-Batterie. Andere Hersteller entsperren bequem per Handy über eine BT-Verbindung. Drückt man bei gesperrtem Motorrad den Startknopf oder rüttelt daran, ertönt der Sound der Alarmanlage. Wer das verschlossene Motorrad wegschieben will wird durch eine automatische Stotterbremse und der (leisen) Sirene zumindest daran gehindert.

  • Louis Urgestein Kay Blanke nimmt sich im Folgenden der allgemeinen Frage an, wie gut China Motorräder mittlerweile sind.

4. Elektrisch im Schnee: ABS oder CBS?

Elektrisch fahren im Schnee

 

Es ist erstaunlich, wie gut zu handhaben ein E-Bike selbst im Schnee ist. Am Morgen des 1. April die Überraschung: 10 cm Neuschnee! Gut zu dosieren in Fahrstufe 1 ist der Grip am Cordial Hinterrad. Da dreht es auch schon mal durch, doch trotz hohem Drehmoment und mäßig qualitativer Bereifung ist die Traktion am Hinterrad steuerbar. Die Gewichtung der CBS-Bremsen ist ungefähr so: Rechter Hebel ca. 80% vorne, 20% hinten, der Linke Hebel bringt es auf 70% hinten und 30% vorne. Ein ABS wäre bei Schnee schnell überfordert, der Gesetzgeber schreibt in der 125er Klasse, in der die TCmax rangiert ABS oder wahlweise CBS vor. Beim Kreise drehen im Schnee ist auch die niedrige Sitzhöhe und der nicht vorhandene Lärm ein Vorteil: Man kann sich besser auf den Schlupf und das Manöver konzentrieren.

Der erforderliche B196-Motorrad Führerschein der Klasse B erlaubt nun auch das Fahren einer 125er respektive von E-Motorrädern mit einer bestimmten Leistungsgrenze (11kW). Das war nicht immer so, denn erst im August 2020 kam bekamen BesitzerInnen des Klasse B-Führerscheins die Möglichkeit auf den Schlüssel '196' zu erweitern - und zwar ohne einen Motorradführerschein machen zu müssen. Mit der Klasse B konnte man bisher nur Anhänger (bis 750 kg), Kleinkrafträder und landwirtschaftliche Fahrzeuge bis 40 km/h fahren.
Die Voraussetzungen:
Mindestalter: 25, 5 Jahre Erfahrungen mit der Klasse B und eine Fahrschulung in der Kasse A1, die in einer Fahrschule absolviert sein muss. So ist man ab ca. 700€ zusätzlich mit dabei. Leider gilt diese Führerscheinerweiterung nur in Deutschland, in anderen europäischen Ländern gibt es andere Regelungen. Dort wir in der Regel ein normaler, europaweit gültiger A1 Führerschein benötigt. Deutschland hat mit Abstand in Europa die höchsten Führerscheinkosten. Nur Norwegen ist teurer.

Kurztest im Berliner Stadtverkehr

3. Ich will Spaß!

2-Kolben LBN Schwimmsattelbremsen: Bremsleistung bleibt hinter Aussehen zurück

Kein Schalten, kaum Verschleißteile, wenig Wartungskosten. Als City-Bike scheint die SuperSoco ideal. Die gut 5 kW reichen erstaunlich gut zum Überholen - das liegt an dem elektrospezifisch sofort anliegendem Drehmoment. Die TCmax ist wendig und lässt sich gut rangieren, die Bremsen erfordern (leider) festes zupacken, bremsen aber ordentlich, bzw. besser als die der Enfield Himalayan. Ein amtliches Ergebnis über die Reichweite (ca. 60 km, siehe Video) gibt es allerdings noch nicht. Dazu ein Wermutstropfen: Der TCmax Motor hat keine Rekuperationstechnik verbaut und so wird beim Bremsen keine Energie zurückgewonnen. Vermutlich fiel das dem Kostendruck zum Opfer.

2. Für eine Person ausreichend

Fahrwerk und Design

24.03.2022

D

ie Super Soco fährt und bremst gut - solange man alleine und ohne Gepäck unterwegs ist. Unter ungünstigen Voraussetzungen bekommt man die USD-Gabel allerdings zum Durchschlagen – durch hohe Zuladung oder sehr starkes Bremsen auf holprigem Untergrund. Auch das hintere, direkt an der Schwinge abgelenkte Federbein (Vorspannung einstellbar) gehört eher zu den einfacheren Gemütern.

Die chinesischen Cordial-Reifen taugen eher bei gutem Wetter. Über die China- Marke gibt es bezüglich der Eigenschaften kaum Informationen, probieren geht über studieren.
Auf Kopfsteinpflaster ist sogar bei gezogener rechter Bremse ein qualmender Burn-out möglich, obwohl die Elektronik bei gezogener Bremse ganz gerne abriegelt.
An den Bremszangen findet sich der Name LBN – auch das hören wir zum ersten Mal. EBC Bremsbeläge sind für die Zangen jedenfalls (SFA709HH) verfügbar, offenbar handelt es sich um einen Nachbau. Hier besteht also Nachtbesserungs-Bedarf. Bei Reifen und Bremsbelägen gibt es also besseres und das sollte man beim ersten Verschleißteile-Wechsel beheben.

Das Framework ist ansonsten schlüssig: Eine ovale Stahlschwinge, Alu Fußrasten Ausleger, USD-Gabel ebenfalls von LBN. Die Plastikverkleidungen sitzen fest und sind mit Aufklebern versehen, die sich leicht abziehen lassen. Ein fettiger Lenkkopfbereich deutet darauf hin, dass die Lager mit ausreichend Schmierstoff versorgt wurden.

Das Design wird von den Seitenverkleidungen bestimmt, ein Attrappen-Lufthutzen in Fahrtrichtung deutet an, dass hier auf eine neue, turbinöse Antriebstechnik gesetzt wird. Allerdings ist eine Luftzufuhr von vorne nicht nötig, weswegen die Lufthutzen keinerlei Öffnungen aufweisen. Im passablen LED-Scheinwerfer ist das Instrument integriert: Analog die Geschwindigkeit, digital die Reichweite, Gangstufe und weitere Informationen über die Batterie. Einstellbar ist außer dem Reset im Cockpit nichts.

Unter der Verkleidung ...

Der Scheinwerfer selbst wurde in den Niederlanden (E4) geprüft stammt jedoch aus chinesischer Produktion. Er liefert eine harte Hell-Dunkel-Grenze und kein asymmetrisches Lichtbild, wie es in Deutschland erlaubt wäre. Dafür ist er schön hell. Die LED-Blinker sind formschön, hell und hoffentlich auf lange Sicht dicht.

Alufelgen und Bremsscheiben machen einen soliden Eindruck, die Bremsleistung reicht für Solofahrten. Foren berichten, dass die Serienbremsbeläge bei Regen schwächen haben. Beide Bremshebel sind nicht weiter einstellbar. Der Aluseitenständer hat lediglich einen Schalter, der das Anfahren bei ausgeklapptem Ständer verhindert.

 

1. Erster Tag: auspacken, laden, los

Auspacken ...

22.03.2022

Sie ist da! Ein Zündschlüssel muss nicht stecken, dafür gibt es einen Knopf. Wer das erste Mal startet, muss erst eine Hauptsicherung unter der Sitzbank scharfschalten und kann nach dem Pre-Ride-Test (Anzeige: ready) losfahren. Das Motorrad ist klein wie eine 125er, hat zwar Soziusfußrasten, ist aber wegen der kurzen Heck-Optik nicht wirklich attraktiv für den Soziusbetrieb.
Eine komplette Akkuladung braucht 4,5 Stunden, ganz leer sollten man die Batterie nicht fahren, vorsichtig gehe ich zunächst von einer Reichweite von 80 km aus (Außentemperatur: 12°C).

Das Design entspricht dem Zeitgeist: kurzes Heck, USD-Gabel, Riemenantrieb und eine futuristische Motorenverkleidung, die gar keinen Motor umschließt. Eine Tankattrappe ist dort verortet, wo man ihn üblicherweise vermutet. Sie birgt ein kleines Gepäckfach (für das Ladegerät). Unter einem Plastikeinsatz dann die gut 21 kg schwere Li-Io-Batterie, die man abstöpseln (Sicherung!) und herausnehmen kann. Die Armatur rechts verspricht drei Fahrstufen, links ein Blinker Schalter den man manuell zurückstellen muss.

Kommentare zum Test

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