EOS R7 APS-C, fast wie Vollformat?

EOS R 7 von Canon: Kann alles?
EOS R 7 von Canon: Kann alles?

Die EOS R7 lässt den Unterschied zwischen Vollformat und APS-C (oder Dx-Format) kleiner werden.

An der reinen Bildqualität gibt es kaum noch etwas zu meckern und besonders das Event- und Hochzeit-Shooting zeigte, dass die klassische Vollformat-Domäne nun einen Konkurrenten hat. ‚Schuld‘ daran ist der wunderbare Autofokus der EOS R7, den sonst nur einige höherwertige und Vollformat EOS-R Kameras teilen. Der AF ermöglicht, mit jedem Sucherpixel Fahrzeug-, Personen- und Tiere (Säugetiere und Vögel) teils mit zuschaltbarer Augenerkennung zu fokussieren.

Der Dual Pixel CMOS AF II wurde 2020 eingeführt und kann vorausschauende Fokussierung, zum Teil Deep-Learning oder Fahrzeugerkennung. Das sind im Wesentlichen die aktuellen Kameras der R-Serie von 3, 5 und 6 (Mark II) sowie die Spitzenmodelle EOS 1DX Mark II und eben die Augen gesteuerte R3. Dualpixel AF II stellt aber auch Anforderungen an die Objektive, die manch alte und lichtstarke EF-Linsen nicht mehr schaffen.

Testbild Hochzeit: Auch das Bokeh, und die Schärfe stimmen

Durch die Kombination der Canon Bildstabilisierung (IS) im Gehäuse und Objektiv (IS-Objektiv mit Gyrosensoren) sind Belichtungszeiten möglich, die es erlauben, nicht unnötig an der ISO-Schraube zu drehen, was der reinen Bildqualität (weniger Bildrauschen) zugutekommt. Bei Objektiven, die die Objektivkommunikation nicht unterstützen, muss man ggf. eine Brennweite einstellen, bei der die Bildstabilisierung wirksam werden soll. Lesenswert ist der Canon Einsteiger Leitfaden zur Auswahl eines Objetivs oder den Text über die 8-stufige Bildstabilisierung der Spitzenkameras. Dort ist zu lesen, dass die EOS R7 zusätzlich über eine Kamera interne Bildstabilisierung verfügt und dass durch die Verwendung von RF-S Objektiven eine Bildstabilisierung mit bis zu 7 Stufen möglich ist. Das sind Traumwerte für die available Light Fotografie im niedrigen ISO Bereich.

Im Alltag fällt das niedrige Gewicht auf und die Haptik. Das Gehäuse (530 g) ist überwiegend aus Kunststoff- und Magnesium und relativ klein gehalten. So, dass auch das Back-Display relativ klein wirkt (2,95 Zoll (7,49 cm), 1,62 Mio. Bildpunkte). Das macht die R7 handlich genug zum immer Dabeihaben und ist auch gut für die Reise im Motorradtankrucksack.

Hochzeit- und Events

Auf einem Hochzeits- und Eventshooting glänzte die EOS R7 mit ihrem breiten Einsatzbereich. Der Akku (LP-E6NH) hält locker für 500 bis 750 Aufnahmen und die guten Fokussiermöglichkeiten (auch Tracking) sorgen für wenig unscharfe oder fehl belichtete Bilder. Die EOS R7 kann praktisch mit jeder Belichtungssituation gut umgehen. Creativfilter sind bei Profis nach wie vor umstritten, schaffen aber bei der R7 trotzdem eine willkommene Variationsmöglichkeit im HDR oder SW-Bereich bspw. Wir waren hochzufrieden und so schafft die APS-C R7 viel Sicherheit bei wichtigen Momenten.

Fazit

Was man mit der R7 gut machen kann: Der Preis ist selbstbewusst angesetzt, anscheinend weiß Canon, dass sie mit den Möglichkeiten der R7 einiges toppen. Sie taugt für die Reise, ob mit oder ohne Motorrad, weil sie klein ist, gut zu bedienen ist und von Makro bis hin zu stabilisierten Telebildern (Natur, Sport) alles fast perfekt beherrscht. Wir wussten sie auf der Hochzeit genauso zu schätzen, wie beim Scharfstellen auf bewegte Objekte. Hier kommt ihr wieder Dualpixel zur Hilfe, weil die Kamera quasi alle sichtbaren Pixel zur Fokussierung nutzt. Die Deep Learning Technologie dazu macht es möglich, dass (fast) jeder Schuss ein Treffer ist, wo es früher extrem schwierig war, z. B. bei der Naturfotografie, im richtigen Moment genau zu fokussieren. Auch bei der Belichtung helfen da Automatiken. Selektiv, Matrix oder Spot, die Kamera bekommt es hin. Insofern eignet sich die APS-C R7 sehr für spontane Schnappschüsse. Ein eingebauter Ausklappblitz oder eine Fotoleuchte wäre noch eine schöne Ergänzung, sind heute aber nicht mehr üblich.

 

  • Top AF-Möglichkeiten mit Dual Pixel AF II und 'Deep Learning KI und iTR AF-Technologie'
  • Sehr gute Performance im Macro- und Tele-Bereich
  • Optimale Haptik und Bedienung, auch Dreh-Schwenk-Display und Daumenrad
  • OLED Sucher funktioniert sehr gut
  • Automatik- und 13 Szenen-Funktionen, flexible Automatic (Fv), HDR Movie, etc.
  • Bezahlbare Objektive, abgedeckter Verschluss bei Objektivwechsel
  • Dreh-Schwenk-Display bietet Vorteile (gegenüber Nikon u. a.) in Sachen Selfie oder Selbstfotografie vom Stativ.
  • Kein Schulterdisplay
  • Kameragehäuse wirkt mehr wir Kunsstoff als wie Metall
  • Back-Display etwas klein, kein eingebauter Blitz