Offroad Motorrad fahren

Mit dem Motorrad durch die Alpen

Aserbaidschan: Das Nachbarland von Georgien und Armenien am Kaukasus ist einmal mehr in die Schlagzeilen geraten. Machthaber Alijew (oder İlham Aliyev) versteht sich gut auf Politik mit Europa, denn gerade in der Krise hat das Land etwas, was alle wollen: günstiges Erdöl. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ließ es sich persönlich nicht nehmen, mit Aserbaidschan einen Liefervertrag zu machen, kurz darauf griff Aserbaidschan das Nachbarland Armenien an. In Armenien läuft seit 2018 eine ›samtene Revolution‹, die versucht sich von den Putin-treuen unabhängig zu machen.

»Aserbaidschan betreibt somit im Kleinen eine ähnliche geopolitische ›Schaukelpolitik‹ zwischen Moskau und dem Westen wie die Türkei, um von beiden Machtblöcken maximale Konzessionen zu erhalten«, schreibt dazu der Verein für politische Bildung, Analyse und Kritik e. V., kurz AKweb.de.

Kann man da hinfahren?

Holger Kretschmer meint, auf jeden Fall! Ihm fällt die Diskrepanz zwischen Politik und Zivilgesellschaft auf. Gastfreundschaft hat eine große Bedeutung und die wird wohl auch fremden Touristen zuteil. Obwohl Aserbaidschan in Europa für Negativschlagzeilen in Sachen Korruption, Öl und Krieg bekannt ist, stellt sich die Frage, wie sicher ein Aufenthalt dort ist. Kretschmar hebt vor allem die nie gekannte Gastfreundschaft der dort lebenden Menschen hervor. Klimatisch und von der Natur (auch von der zerstörten) sei das Land am Kaukasus, Europas höchsten Gebirges, sehr facettenreich.

Auch sind Russisch-Kenntnisse sehr hilfreich, denn Englisch wird kaum gesprochen. Stark verwoben mit der inländischen Erdölförderung ist der seit den 90er Jahren amtierende Staatspräsident İlham Aliyev, der es schaffte, durch ein Verfassungsreferendum die präsidiale Amtszeit von fünf auf sieben Jahre zu verlängert. Die Beschränkung auf zwei Amtszeiten war bereits 2009 aufgehoben.

Zwischen Baku und Eriwan hat es öfter Meinungsverschiedenheiten gegeben. Aserbaidschan gilt trotzdem als sicheres Reiseland. Zu Reisen südlich des Araz-Flusses rät das Auswärtige Amt zwar derzeit (2022) ab (Teilreisewarnung). Aserbaidschans Kriminalitätsrate ist jedoch niedrig. Wie in anderen Großstädten der Welt wird z. B. in Baku besonders nachts zur Vorsicht aufgerufen.
Diese Rezension werden wir nach einem Aufenthalt im Frühling 2023 fortsetzten und mit eigenen Eindrücken ergänzen.

Hard-Facts

Aserbaidschan liegt in einer subtropischen Zone, der Kaukasus gilt seismisch als aktiv. Wer das Abenteuer liebt, ist im geografisch abwechslungsreichen, vielfältigen Land genau richtig. Das bevölkerungsreiche Land im Südkaukasus hat eine bewegte Geschichte. In einem Artikel werden 7 Gründe dafür genannt. Holger schreibt dazu:

»Aserbaidschan ist ein im Westen nahezu unbekanntes Land, das jedoch mit überraschender Vielfalt aufwartet. Zwischen den Gipfeln des Großen Kaukasus, dem Kaspischen Meer sowie den Steppen und Wäldern des Südens gibt es abwechslungsreiche Landschaften und zahlreiche Zeugnisse einer jahrtausendealten Kultur zu entdecken. Die Hauptstadt Baku besitzt das Flair einer internationalen Metropole mit extravaganten Wolkenkratzern. In reizvollem Kontrast dazu steht ihr historischer Kern mit Moscheen und Karawansereien, der zum UNESCO-Welterbe zählt.«

Alles Weitere über Ölboom-Villen, den Bulvar am Ufer des Kaspischen Meeres, großartige Museen, Basare und Jazzclubs, uralte Feuertempel, Festungen; eigentümlich faszinierende Ölfelder und Schlammvulkane ist auf der lesenswerten Verlags-Webseite zu sehen. Die derzeitige Auflage wurde zuletzt vom Autoren 2020 aktualisiert.

Weitere Tags des Buches: #Khanpalast in #Şəki, #Petroglyphen von Qobustan, #frühchristliche Kirche von Kiş #Xınalıq und Lahıc #Urwälder des Hırkan-Nationalparks

Die Autoren


Holger Kretzschmar interessiert sich seit seiner Jugend für Osteuropa. Sprachkenntnisse in Russisch, Polnisch, Tschechisch und Lettisch helfen bei der Verständigung vor Ort. Er reiste vor allem in den 1990er Jahren oft nach Polen, ins Baltikum, auf den Balkan, nach Russland oder Rumänien. Nach seinem Studium Buchhandel/Verlagswirtschaft schrieb er für den Trescher Verlag ab 1997 zu Königsberg/Kaliningrad. Nach Stationen im Buchhandel ist er im Trescher Verlag für Vertrieb und Kommunikation zuständig. Aserbaidschan empfindet er als exotisches Reiseziel mit einer vielschichtigen Historie – und viel Potenzial für den Tourismus.
Philine von Oppeln ist seit 2005 Reisebuchautorin beim Trescher Verlag. Ihr ausgeprägtes Interesse für Osteuropa führt sie seit vielen Jahren in unterschiedliche Regionen, speziell jedoch in den Kaukasus und die Balkanregion, wo sie ihren ersten Reiseführer über Mazedonien, heute Nordmazedonien, schrieb. Derzeit lebt die gebürtige Hamburgerin in Berlin und arbeitet dort als Lehrerin. Der Reiseführer Nordmazedonien erschien im Spätsommer 2019 in einer Neuauflage.

Frank Schüttig hat Mitte der 1990er Jahre im Trescher Verlag seinen ersten Reiseführer über das Riesengebirge veröffentlicht (Neuauflage 2019). Er arbeitete als Journalist, u. a. für den Hörfunk, das MDR-Fernsehen, die Berliner Morgenpost und die Welt am Sonntag. Er lebt in Berlin und ist Herausgeber und Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Business & Diplomacy.

Kommentare

Bitte rechnen Sie 5 plus 5.